InterfaceKnot

Entwicklung einer 3D-gedruckten Unterkonstruktion zum Toleranzausgleich an Fassaden

Vorgehängte Kaltfassaden werden üblicherweise mittels einer Unterkonstruktion aus mehreren Bauteilen an den Rohbau fixiert. In der Praxis variiert der durch die Unterkonstruktion zu überbrückende Abstand jedoch häufig um bis zu mehrere Zentimeter. Gründe hierfür sind beispiels­weise die unvermeidlichen Rohbautoleranzen oder eine frei geformte Geometrie der Kaltfassade.

Daher sind die Bauteile der Unterkonstruktion so konstruiert, dass sie in alle drei Raumrichtungen justierbar sind, um Toleranzen aufnehmen zu können. Das Justieren der Unterkonstruktion erfolgt derzeit sehr aufwendig von Hand durch mindestens zwei Monteure und ist daher sehr zeitaufwendig und kostenintensiv.

Der InterfaceKnot ist eine parametrisch generierte und 3D-gedruckte Unterkonstruktion, der die Montagezeiten erheblich reduziert und somit Kosten spart.

In einem ersten Schritt werden die Konterplatten des InterfaceKnots am Rohbau befestigt. Diese werden im zweiten Schritt durch Laserscan millimetergenau im Raum verorted. Eine eigens entwickelte Software berechnet im dritten Schritt automatisch die exakte 3D-Geometrie des InterfaceKnots zwischen den gescannten Konterplatten und den Elementen der Kaltfassade. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Rohbau von der Planung abweicht oder die Konterplatten nicht exakt montiert wurde. Die berechnete Geometrie der InterfaceKnots wird im vierten Schritt per WAAM (Wire Arc Additive Manufacturing) auf eine Basisplatte „gedruckt“. Zuletzt müssen die InterfaceKnots nur noch mit entsprechenden Haltesystemen für die Fassade bestückt werden (diese sind unterschiedlich je nach Art der Fassade). Bei der Montage werden die gedruckten InterfaceKnots lediglich mittels der Basisplatte auf die Konterplatte geschraubt und es entfallen sämtliche Justierarbeiten auf der Baustelle.
 

Sollten Sie weitere Informationen benötigen, kontaktieren Sie gerne einer der am Forschungsprojekt beteiligten Netz­werk­­partner:

 

  • Hölscher GmbH & Co. KG
  • imagine computation GmbH
  • TU Darmstadt
  • TU Ilmenau

Über ZIM

Das Technologie- und Kompetenz­netz­werk Building AM startete am 01.07.2017 und wird im Rahmen des Zentralen Innovations­programms Mittelstand (ZIM) vom Bundes­ministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Das ZIM ist ein bundesweites, technologie- und branchen­offenes Förder­programm für mittel­ständische Unternehmen und mit diesen zusammen­arbeitende wirtschafts­nahe Forschungs­einrichtungen. Mit dem ZIM sollen die Innovations­kraft und Wettbewerbs­fähigkeit der Unternehmen nachhaltig unterstützt und damit ein Beitrag zu deren Wachstum verbunden mit der Schaffung und Sicherung von Arbeits­plätzen geleistet werden.

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